Nichts auf der Welt schüttelt derzeit so sehr die Gesellschaften durcheinander wie das Thema „Künstliche Intelligenz“. Und auch wenn es bei uns mehr um das Thema achtsames Leben geht, so spielt diese KI auch bei uns eine Rolle. Noch nie waren die Anfragen und Ängste höher als zur Zeit. Die Ängste, die durch den Wandel und den Hype entstehen, sind real. Werde ich morgen durch einen Roboter ersetzt? Wie funktioniert das mit der KI überhaupt? Und was ist Hype, was real?
Hype oder Chance?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben! Wer sich dem Thema verschliesst wird im beruflichen Alltag deutliche Nachteile haben. Das lässt sich in etwa mit der Einführung von Computern in den 60er Jahren vergleichen. Es heisst also, den Strom der Informationen, Neuigkeiten und Entwicklungen richtig einzuordnen.
2025 endete mit einem regelrechtem Hype in Sachen KI. Dabei ist das Prinzip gar nicht so neu. Bereits 250 v.Chr. wurde das erste künstliche automatische Selbstregulierungssystem der Welt entwickelt (Link). Die erste moderne KI wurde 1956 auf den Weg gebracht (Link). Aber durch die technische Entwicklungen der letzten Zeit und vor allem unserer Datenkraken wie Google, Facebook und Co. wurden die Systeme nun so in einer Komplexität möglich, dass sie eben jenen Fähigkeiten entwickeln die den Hype auslösten.
Dieser Hype besteht hauptsächlich aus Gier! Vergleichbar mit der Goldgräberstimmung im Wilden Westen will jeder der Erste sein und seinen „Claim“ abstecken. Übertragen heisst das: Mit KI einen oder mehrere Anwendungen (z.B. Bildgenerierung) abstecken, Investoren finden, schnell gross werden um andere zu verdrängen. Dabei geht es derzeit gar nicht in erster Linie darum, Geld zu verdienen. Eigentlich machen grosse Firmen wie OpenAI sogar deutlich Miese.
Was ist denn nun diese KI-Blase?
Die Enstehung der Blase ist recht komplex. Riesige Summen an Geldern werden zwischen Firmen hin und her geschoben und erzeugen so Umsatz wo eigentlich gar keiner ist. Hinzu kommt, dass viele der KI-Firmen keinen belastbaren Business-Case haben. Es geht nur um Wachstum – um andere zu verdrengen. Wie man damit Geld verdient ist zweitrangig. Und mit dem Hype und den Unsummen winken gleichermassen die Investoren mit ihren Scheckheftern.
Wird die KI-Blase platzen? Meiner Meinung nach ja. Alle Anzeichen und renomierte Meinungen sprechen dafür. Und es wird weh tun. Es ist ein vielfaches mehr an Geld unterwegs als damals bei der Dot-Com-Blase vernichtet wurde. Aber es wird auch den Markt bereinigen. Übrig bleiben wird das, was einen echten Mehrwert bietet.
Wird KI wirklich die Welt verändern?
Davon kann man ausgehen. Von den römischen Strassen bis zum Internet haben solche Erfindungen immer die Welt beeinflusst. Die Künstliche Intelligenz macht hier keine Ausnahme. Die Frage vielmehr ist: Wie wird sie die Welt verändern? Das Internet hat viel Gutes hervor gebracht. Aber morgens im Zug wenn alle auf ihr Handy starren und TikTok suchten (ja, es ist eine Sucht), dann lässt sich das nur schwehr glauben.
Es liegt also an uns, an der Gesellschaft, der Politik und den Firmen aus der neuen Technik etwas Gewinnbringendes hervor zu holen. Leider bedeutet „Gewinnbringendes“ für viele einfach nur: Mehr Geld horten! Dabei kann schon heute KI unglaubliche Resultate bei Matrialforschung oder Krebsforschung liefern.
Werde ich durch KI bald ersetzt?
Um das richtig einzuschätzen müssen wir erst einmal differenzieren. Was wir momentan hauptsächlich sehen sind sogenannte KI Agenten. Das sind Automatisierungen, an die KI gebunden ist. Sie können also selber KI „fragen“ und schrittweise Aufgaben ausführen. Die Künstlichen Inteligenzen darin beruhen auf „Large Language Models“, kurz LLM. Diese LLMs werden mit immens viel Rechenpower trainiert. Trainieren heisst: Mit Daten füttern. Wenn die KI auf einem Foto einen Buss erkennen lernen soll, dann markiert jemand (meist in einem Niedriglohnland) hunderte Busse auf Bildern, um sie der KI zu „zeigen“.
Diese KIs, denen wir begegnen, sind generalisiert trainiert. Copilot, Gemini oder Claude und wie sie heissen können viel weil ihre Daten eher allgemein (und vielleicht veraltet oder falsch) waren. Das heisst aber auch, das sie Fehler machen. Für eine Zusammenfassung eines Wikipedia-Artikels reicht das. Bei mehr wird es schon eng.
Ein ganz anderes Thema ist es, wenn man diese LLMs nun her nimmt und sie „feintrainiert“. Das heisst ich verwende sehr viel Mühe und Ressourcen darauf, sie für ein bestimmtes Szenario zu trainieren. Zum Beispiel zeige ihr ihr tausende Röntgenbilder von Lungen mit Markierungen wass Lungenkrebs ist und was nicht. Dann werden die Ergebnisse irgendwann … atemberaubend.
Im Moment sind wir in einem Stadium der Evolution. Riesige Rechenzentren arbeiten Tag und Nacht, um generalisierte LLMs auch für möglichst viele Szenarien valide Ergebnisse zu schaffen. Das Problem: Die Daten, die dafür genutzt werden sind nicht unendlich.
Was heisst das aber für mich? Dieses „feintraining“ kostet sehr viele Daten und Ressourcen. Es lohnt sich also dann, wenn hinter der Anwendung ein profitabler Business-Case steht. Als Beispiel gibt es tausende Sachbearbeiter in Versicherungen, die Tag ein Tag aus nach Kriterien Fälle beurteilen. Diese „Massenarbeit“ hat eine Kostenstelle. Und damit einen Business-Case zur Einsparung dessen. Dieser ist stabil und hochwertig, weil die Arbeiten immer ähnlich, wiederholend und geregelt sind. Und sie werden von Millionen von Menschen in der ganzen Welt ausgeführt.
Es geht also wieder mal nur ums Geld. Je chaotischer, komplexer und einmalig mein Job ist, desto weniger lohnt es sicht für die Techriesen mich zu ersetzten.
Fazit: Was tun?
Ich kann nur empfehlen der Sachen offen gegenüber zu treten. Auch wenn viele Manager es gerne hätten, dass ab morgen nur noch Roboter im Grossraumbüro sitzen, so ist das (noch) nicht der Fall. Im Moment sind KI Agenten in unserem Alltag hilfreiche Tools, die durchaus in der Lage sind uns zu unterstützen und unsere Arbeit effizienter und interessanter zu gestalten.
Der Punkt ist, dass sie sich stätig verbessern. Und das sehr schnell und heftig. Hier heisst es also am Ball bleiben und die Spreu vom Weizen trennen. Es gilt Prozesse neu zu denken und ganz allgemein neugierig zu bleiben. Und mal ganz ehrlich. In welcher Firma sind die Prozesse und Abläufe so perfekt dem Standard entsprechend dass man ohne ein Feintraining eine KI von der Stange nehmen könnte? Auch das wird irgendwann möglich sein, aber mit uns, nicht gegen uns.
Eigentlich ist es wie immer im Leben. Wer stagniert und sich im gemachtem Bett ausruht, den holt irgendwann der Sandmann. Wer in Bewegung, neugierig und flexibel bleibt, der findet Möglichkeiten. Es heisst heute mehr als gestern über den eigenen Tellerrand hinausschauen, sich selbst neu erfinden.
Wer schreibt?
Tobias Hillebrand. Als Softwareentwickler gestartet, mittlerweile als Projektmanager in einem Unternehmen europaweit tätig. Unter anderem zuständig für Projekte im Cloud-Umfeld sowie Projekte und Prozessanpassungen im Bereich Projektmanagement und KI.
Nutzen wir auch bei seelenheil.ch KI?
Natürlich. Aber mit Verstand. Wir setzen KI ein um effizienter zu werden und Kosten zu sparen. Kosten etwa bei lizenzfreien Illustrationsbildern. Effizient zum Beispiel bei der Suchmaschinenoptimierung.
Unsere Zeit ist endlich. Und wir wollen unsere persönliche Zeit dort einbringen, wo sie zählt: Im eigentlichen Coaching und im menschlichen Miteinander. Eben im Kern unserer Mission. KI hilft uns dabei die nötigen Prozesse zu vereinfachen oder Abzunehmen, damit sich vor allem Martina um den Kern kümmern kann:
Den Menschen!




